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Neue Kommunikation im web 2.0
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Wie twitter-fähig sind die deutschen Nationalspieler?

by Florian Semle on Juni 30, 2010

Können die Meister des Kurzpassspiels auch Kurznachrichten? Kann die Fußball-Nationalmannschaft Twitter? Es gibt einige Indizien, die dafür sprechen. Auf dem Platz oder im Wortschatz der Nationalspieler. Immerhin sind große Teile des neuen deutschen Kaders in den U-21-Jugendmannschaften unter Horst Hrubeschs Ägide ausgebildet worden. Hrubesch ist die klare Sprachkante, das personifizierte Ende des rhetorischen Schnörkels. Der Athlet unter den Angreifern schafft es, ganze Spielzüge in viel weniger als 140 Zeichen auszudrücken: “Manni Banane, ich Kopf – Tor”.
Das ist das Kondensat von: „Manfred Kaltz geht über links an die Grundlinie und flankt den Ball mit Effet hoch in den Strafraum, von wo aus ich nur noch einzunicken brauchte“. Für Kopfballungeheuer ala Hrubesch sind 140 Zeichen eher zu lang – gute Schule fürs Twittern.

Lukas Podolski ist mein Lieblingsbeispiel für kompaktes Sprachangriffsspiel. Ein Satz hat Subjekt, Prädikat, Objekt und mehr braucht er nicht. Nebensätze haben keinen Zug zum Tor. Twitter ist One-Touch-Botschaft, ist verbales Kick-and-Rush und soziale Netzwerke eine Art digitales Mannschaftsspiel. Das ist sein Spiel! OK, inhaltlich müssen wir bei Podolski eine deutliche Abschlussschwäche erkennen, aber er spielt sich ja auch immer genügend Chancen raus. Leichter Spam-Verdacht, aber grundsätzlich passen Podolski und Twitter recht gut zusammen.

Philipp Lahm ist sprachlich schon fast Michael Ballack. Sauberes Sprach-Pressing, keine verbalen Grätschen, taktisch fehlerlos und fähig, die Welt in einem Satz zu erklären “Wir müssen einfach unsere Chancen nutzen, dann gewinnen wir”. Jenau. Philpp Lahm wird Twitter genauso schnell beherrschen, wie Steven Gerrard, weil er die sprachliche und spielerische Qualität besitzt. Das einzige Manko: Kann immer noch nicht rechter und linker Verteidiger zugleich spielen, obwohl er für die Mannschaft doppelt zählt. Kann also auch nicht aus dem Spiel heraus twittern. Wir müssen das ja auch während der Arbeit machen, aber gut, lassen wir das.

Per Mertesacker ist der Sprachniedersachse im Team. Er beackert Sprache mit dem Stoizismus eines niedersächsischen Kaltblut-Pferdes. In den WM-Qualifikationsspielen war Merte noch der Fels in der Sprachbrandung, der Kurznachrichten verpasste wie „Wir können zum entscheidenden Zeitpunkt entscheidende Dinge machen“. In der WM spielt Merte extrem verkürzt, dafür nicht mehr so mannschaftstauglich. Als spät berufener Libero bolzt er „raus“. Fußballerisch und sprachlich sehr kurz, aber nicht wirklich anschlussfähig. Derzeit weit entfernt von seiner Twitterform. Näheres zum aktuellen Merte-Sprech siehe #Hrubesch

Arne Friedrich: Der Fußball- und twitter-technisch am meisten unterschätzte Nationalspieler. Ihm traue ich zu, zum legitimen Nachfolger von Metzelder anno 2002 zu werden, zum Beherrscher des Strafraums und des Genitivs. Friedrich ist also des Metzelders Nachfolger und des Mertesackers Feuerwehr, weil er viel schneller rennen kann. Spricht auch viel schneller als der Niedersachse. Kann Kurznachrichten, aber die Verständigung mit Merte muss noch verbessert werden.

Sami Khedira hat manchmal ein sichtbares Problem damit, dumme Journalistenfragen nicht noch nachträglich verbessern zu können. Irgendwie tut er es dann doch und sagt Dinge, wie „Ich versteh die Frage so, dass…“. Ist also eine Art „Sprachsechser“ vor der Abwehr: Hinten ausputzen und dann nach vorne in die gewünschte Richtung schicken. Rappt und das ist gut für kurze Botschaften. Kann den Altrocker Ballack also sprachlich ersetzen und ihn twitter-technisch überflügeln.

Miroslav Klose könnte seine Ironie noch zum Verhängnis werden, wenn er das Twittern anfängt. Oder ist er überhaupt ironisch? Nachdem also Manuel Neuer den Abschlag an den englischen Sechzehner gehämmert hatte, musste der Miro “sich nur noch gegen den Verteidiger durchsetzen – das war nicht so schwer”. Na dann. Schön kurz, so wie das Abschlagtor gegen England. Twitter geht auch nicht anders. Gegen Argentinien bitte auch diese „nicht so schweren Dinge“ tun, wir sind über Wiederholungen des sensiblen Angreifers glücklich. Vorgeschlagener Avartarname: @unheimichwichtichfürmich

Bastian Schweinsteiger ist der Leader2.0 im deutschen Mittelfeld. Er schafft es, eine Führungsrolle zu kommunizieren, ohne “ich” zu sagen. Er ist der “Wir-Anführer”, der sozialisierte Leitwolf. Braucht nicht viele Worte und ist daher eher so ein Facebook-Typ, ein Community-Charakter, der sich auch ohne Worte ganz gut darstellen kann. Spricht eigentlich alles dafür dass er in Zukunft den Avartarehrennamen “SchweinsteigR” führen darf.

Mesut Özil ist der Kurzpass-Nerd im deutschen Mittelfeld. Kann am Ball alles, kann sich aber ohne Ball nicht so ausdrücken. Für ihn spricht twittermäßig eindeutig, dass er keine übermäßige Energie in Artikel verschwendet. Die Dinger machen die deutsche Sprache sowieso unnötig kompliziert – ein Standortnachteil gegenüber Engländern und Holländern. Mesut Özil macht sprachlich das, was er auch dem Platz auch macht: Er passt immer, weil er so nett ist. Leider auch zu gegnerischen Torwärten, deren Abwehr er hinter längst sich gelassen hat. In die Twitterwelt übertragen heißt das: Es besteht die Gefahr, dass er sich in Retweeds verzettelt. Mesut ist noch kein Kurznachrichten-Weltstar. Na, vielleicht kann er sich in spanisch oder katalanisch bald besser ausdrücken.

Thomas Müller, der Lauser aus Pähl am Ammersee, spielt extrem schlagfertig. Niemand weiß, welche Laufwege er nimmt und welche Antworten er serviert. Egal, er trifft und darum geht’s. Wer vor 30 Millionen Zuschauern seine Oma grüßt, ist auch im Strafraum und sozialen Medien immer für Überraschungen gut. Vor allem ist der Müller Thomas noch ziemlich authentisch und macht sprachlich und spielerisch Spaß. Hoher Unterhaltungswert, Spiel- und Sprachintelligenz. Ich würde ihn aufstellen, oder in Worten van Gaals: „Der Müller twittert bei mir immer“.

Welche Schlüsse kann man daraus für das Argentinienspiel ableiten?

In einem ist die Nationalmannschaft wirklich wie das Social Web: Es ist ziemlich egal, woher man kommt. Hauptsache man passt in die Community, bzw. das Kollektiv und hat die sozialen Regeln verstanden, nach denen “La Mannschaft” funktioniert. So gesehen haben wir ja wirklich so was wie die Mannschaft2.0 und Messi ist zwar Fußballgott, aber eindeutig 1.0 und nur analog wirklich gut.

Die gute Nachricht: Da Maradona nicht mal eine normale FIFA-Pressekonferenz reicht, um seine Botschaften unters Volk zu bringen, dürfte die junge deutsche Mannschaft den Twitter-Vergleich gegen Argentinien eindeutig für sich entscheiden. Schalalalala!

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Web 2.0 und Finanzen: Status Quo im Social Banking

by Florian Semle on April 30, 2010

Die Neue Züricher Zeitung macht eine Bestandsaufnahme zu Social Banking.  Ein sehr lesenswertes Panorama über Pioniere, Perspektiven und verpasste Chancen – mit einem Verweis auf den Beitrag, den ich zusammen mit Dirk Elsner vom Blicklog geschrieben habe. Mehr

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Soll man sich als Gastronom, Kneipier oder Restaurant-Manager im neuen sozialen Internet („Web 2.0“) engagieren? Brauchen wir wirklich eine Fanpage im sozialen Netzwerk Facebook, oder gar eine eigene digitale Stammgästecommunity? Um es gleich vorweg zu nehmen: das neue Dialog-Internet für bzw. über In-Treffs, Restaurants und Gaststätten ist längst Realität. Auf Bewertungsportalen wie Quype oder den Lokalisten sammeln Restaurants längst Sterne, die von Gästen für die unterschiedlichsten Eigenschaften vergeben werden. Lokale Web-Portale wie Wer-Kennt-Wen oder Studentennetzwerke innerhalb von StudiVZ versorgen potenzielle Gäste mit jeder Menge Tipps für lokale Kulinaria, die von Usern zusammen gestellt werden. Die Präsenz im Web 2.0 ist also bereits heute alternativlos, weil sie von den Gästen längst vollzogen wurde. Welche Herausforderungen kommen damit auf Gastwirte zu? Was muss und was kann man für das Renommee der eigenen Stube unternehmen? [Mehr…]

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Dieser Abschnitt knüpft direkt an den gestern veröffentlichten ersten Teil dieses zweiteiligen Beitrags an

Schritte in die neue interaktive Webwelt

Social Media sind eine Frage der Dosis. Der Grad an Offenheit, die kreativen Module und Kanäle und auch die Beteiligung der Mitarbeiter müssen auf die Kultur und den tatsächlichen Bedarf des Unternehmens abgestimmt sein. Deshalb sollte vor jedem Enagement im Web 2.0 eine substantielle Potenzialanalyse durchgeführt und alle weiteren Schritte daran ausgerichtet werden.

Social Media Potenzialanalyse: Jedes Unternehmen verfügt über ein individuelles Potenzial an Kommunikations- und Beziehungsmöglichkeiten im Social Web. Von einer Analyse und Aufstellung dieses Potenzials können Kommunikationsnotwendigkeiten, Implementierungsprozesse und geeignete Aktivitäten abgeleitet werden. Diese Potenzialanalyse umfasst quantiative und qualitative Recherchen und interne Workshops. Sie arbeitet Zielgruppenpotenziale, die wichtigen Meinungsbildner und vor allem die wechselseitigen Verflechtungen der Kommunikatoren im Social Web heraus. [Mehr…]

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Von Dirk Elsner* und Florian Semle**

Jürgen Moormann, Professor für Bankbetriebslehre und Leiter des ProcessLab der Frankfurt School of Finance & Management, sieht in einem Beitrag für die Zeitschrift “Die Bank” die Finanzkrise und die politische Entwicklung auf europäischer Ebene als zwei Treiber für Veränderungen im Bankgeschäft. Nach unserer Wahrnehmung ist diese Einschätzung richtig, was die Praxis in den Instituten betrifft. Dabei bleibt jedoch unberücksichtigt, dass außerhalb des Finanzsektors eine Entwicklung begonnen hat, die einen noch größeren Einfluss auf das Bankgeschäft nehmen kann und unter dem Buzzwort Web 2.0 diskutiert wird.

Moormann sieht, dass zur Verbesserung der Ertragsseite das Vertrauen “der Kunden (zum Beispiel durch transparente und faire Information und Beratung), die Optimierung der Zugangskanäle sowie die bessere Erfüllung von Kundenwünschen basierend auf den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden” eine zentrale Rolle spielen. Diese Feststellung ist zwar nicht neu, bekommt aber durch aktuelle Entwicklungen eine besondere Bedeutung, weil etwa Unternehmen aus dem Nichtbankensektor das angeschlagene Vertrauensverhältnis zwischen Banken und Kunden für neue Geschäftsmöglichkeiten nutzen. Traditionelle Finanzhäuser können sich daher nicht auf Dauer der neuen Webrealität verschließen. Sie werden andernfalls nicht etwa ein Problem mit der immer stärker werdenden Gruppe der “Digital Natives” bekommen, sondern diese Zielgruppe schlicht verlieren bzw. gar nicht erst erreichen. [Mehr…]

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