Die Nichtnachricht: Mark Zuckerberg ist seit letzter Woche um 65 Millionen Dollar ärmer. Er wird nicht darben müssen. Schmerzhafter die Information, mit der das Silicon Valley Klatschblog Valleywag den Zuckerberg investigativ piesackt: Zuckerberg hat seinen Community-Mitentwicklern aus Highschool-Zeiten eine Mischung aus Entschädigung und Schweigegeld bezahlt, weil er es vorgezogen hat, die Idee zu Facebook auf eigene Rechnung weiter zu entwickeln. Hier hat einer sich ein Stück aus dem gemeinsamen Eigentum geschnitten, weitergebastelt und zur Gelddruckmaschine verwandelt. Das ist mehr als übliche Klonen von Applikationen und Ideen im Web 2.0. Hier wird eine offene Idee zu exklusivem Eigentum und daran zeigt sich ein typisches Dilemma 2.0: Wem gehört was und ab wann wird etwas zu „Eigentum“? Diese Fragen sind deshalb so spannend, weil von ihnen auch abhängt, wie sich Communities wie Facebook, StudiVZ etc. überhaupt wirtschaftlich verwerten lassen.
Auch Facebook begann als kleine technische Plattform für kostenlose Leistungen, die so genau zur Lebenswelt vieler Menschen gepasst hat, dass inzwischen über 150 Millionen Menschen an dieser digitalen Gesellschaft teilnehmen. Die Plattform ist einfach Eigentum eines Unternehmens, Zuckerbergs, wem auch immer.
Aber wem gehören die ungezählten Megabit an Daten und Konversationen, die an dieser Plattform angedockt sind? Einen kleinen aber prekären Hinweis zum Eigentum an Daten gibt Facebook in den neuen Nutzerbedingungen (laut Consumerist Blog): „If you choose to remove your User Content, the license granted above will automatically expire, however you acknowledge that the Company may retain archived copies of your User Content.” Soll heißen: Das “Eigentum” eines Nutzers an seinen Profildaten kann an Facebook übergehen, wenn der Nutzer sein Profil löscht, so das Kleingedruckte in den AGBs, die jeder akzeptieren muss, aber kaum einer liest. Eine kleine Enteignung mit Vorwarnung und die theoretische Möglichkeit der Weiterverwertung persönlicher Daten.
Und wem gehören die Konversationen, Beziehungen, Gruppen, die ausschließlich von Nutzern initiiert worden sind? Natürlich den Nutzern meine ich. Die In-Szene gehört ja auch nicht „ihrer“ Stammkneipe. Das Wertvollste an sozialen Netzwerken – die Community – gehört also den Betreibern nicht mal, sondern ist soziales Eigentum. Kein Grund zur Häme, denn diese digitale Gesellschaft ist genau so an die Plattform und damit das Unternehmen gebunden, mit dessen Hilfe sie entstanden ist.
Community und Betreiber stehen in einer symbiotischen Beziehung in der jeder einen Teil zum Gelingen des Ganzen einbringt. Privates Eigentum (Plattform) bedingt soziales Eigentum (Community) und umgekehrt. Wenn schon Eigentum, dann wechselseitig: Die Community gehört dem Unternehmen – und umgekehrt ist auch richtig – faktisch, vielleicht nicht im juristischen Sinne














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Zur Online-Debatte:
http://rivva.de/about/http://www.de-bug.de/medien/archives/reingelegt-facebook-account-loschen-bringts-nicht-mehr.html
Mark Zuckerbergs Antwort auf die Anti-TOS-Bewegung:
http://blog.facebook.com/blog.php?post=54434097130
– Gute Botschaft – aber im Zweifel zählen die AGBs…
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