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Neue Kommunikation im web 2.0
Grenzgänge zwischen Social Media und Unternehmen,
Blogs und Medien, Communities und Kampagnen

Bye-bye Herdendenken: So funktionieren Marken im Web 2.0

by Florian Semle on März 12, 2009

Klassische Marken sind eine Art monetarisierter Herdentrieb. Mit ihnen setzt man Kunden ein buntes emotionales Vehikel vor, um Produkte besser zu verkaufen. Die Kommunikation dazu mit dem Kunden ist denkbar einfach, bzw. einweg: Ein Unternehmen lässt eine Marke kreieren und der Kunde antwortet massenhaft mittels Konsum derselben, oder eben mit Konsumverweigerung.
Und genau dieses klassische Markenkonzept funktioniert im Mitmach-Web nicht mehr. Hier ist Kommunikation offener Dialog und Marken sind hier nur so gut, wie sie mit Usern kommunizieren können. Sie müssen Dialogeigenschaften entwickeln, die sich mit klassischen Markenwerten nicht immer vertragen, zum Beispiel Kritikfähigkeit. Kritik hat im Konzept „Marke“ keinen Platz, kommt nicht vor in der positiven Markenwelt. Im Web 2.0 gehört angemessener Umgang mit Kritik zum guten Ton und ist damit eine Bedingung dafür, dass Kommunikation überhaupt funktionieren kann. Keine Kritik – keine Vermarktung, gute Kritikfähigkeit – Anerkennung durch die Nutzer und positive Reputation. EA Sports hat sich mit einem YouTube-Video, mit dem man auf Kritik reagiert hat, sogar auf die Startseiten von Web-Communities wie DiGG oder YiGG katapultieren können und viel Lob geerntet, wo sich bisher Kritik fand.
Social Community-Marken wie Facebook, oder StudiVZ haben teils schmerzhaft erfahren, dass man den alten Herdendenken der Markenführung nicht einfach ins Web 2.0 übertragen kann. Man kann als Marke Facebook nicht einfach Geschäftsbedingungen ändern, ohne die User zu fragen, oder als StudiVZ Verwender des Kürzels „VZ“ mit Klageandrohungen überziehen, ohne die Reputation in der Bloggosphäre komplett zu verspielen. Die neue Schwarmintelligenz ist das Gegenteil vom alten Herdendenken mit Massenabfertigung.
Die Marken 2.0 müssen mit ihren Kunden auf einer Ebene kommunizieren können und über ein mindestens ebenbürtiges Kommunikationsrepertoire verfügen. Sie müssen eine eigene Meinung haben und geschickt vertreten können. Sie müssen Spaß verstehen, Humor beweisen und kreativ im Umgang sein, nicht in der Werbung.

Meine Vision: Marken werden irgendwann in der Zukunft 2.0 nicht mehr für Kunden gemacht, sondern von den Kunden selbst.

Ein Schelm, wer darin große Chancen sieht. ;-)

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{ 2 trackbacks }

Webnews.de
03.13.09 at 8:06
Media-Blog » Blog Archive » Marken und das Web 2.0: Widerspruch oder Anlass für ein neues Konzept der Markenführung?
05.29.09 at 9:53

{ 3 comments… read them below or add one }

Werbeweb 04.03.09 at 10:53

Vielleicht ein bischen sehr einfach dargestellt, aber trotzdem schöner Blick über den Tellerrand. Bist Du auf der republica09?

Florian Semle 04.03.09 at 11:00

@Werbeweb #herdendenken: Der Blog ist nur die Provokation zum Einstieg in das Thema – das Konzept sieht natürlich anders aus
#republca09: Dieses Jahr nicht, aber immer viel unterwegs. Schick mir doch Deinen Kontakt und wir sehen, ob es ein andermal klappt.

friedo klingenheben 04.03.09 at 4:03

wieso einfach? groß gedacht und genau das macht im kopf das fass auf. chapeau!

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