Saab ist insolvent. Wer weiß, welche Automarke stilbewußte Architekten und quer denkende Rechtsanwälte in Zukunft fahren sollen? Der Dresdener Verein Rescue Saab e.V. hält sich nicht lange mit Fragen auf, sondern hat eine Lösung 2.0 für das angeschlagene Unternehmen entwickelt: Die Kultmarke Saab soll nach dem Crowd-Prinzip des Web 2.0 unterstützt und nach und nach sogar von einer wachsenden Web-Community finanziert werden.
In einem ersten Schritt sollen möglichst viele Saab-Fahrer, Saab-Freunde und Saab-Händler mit einer viralen Kampagne und den vielen Möglichkeiten des Web 2.0 motiviert werden, sich persönlich für den Fortbestand der Marke einzusetzen. „Hunderttausende Stimmen können zeigen, dass weltweit immer noch Interesse und Bedarf für individuelle Automobile besteht und die Marke Saab nicht sterben darf. Es geht vor allem darum, einem möglichen Investor zu zeigen, dass da eine riesige Fangemeinde ist, die bereit ist, auch wieder Saab zu fahren.” sagt Michael Hesse, Mitbegründer der Initiative und Geschäftsführer im mobilforum Saab. Der zweite Schritt ist noch ehrgeiziger und erinnert phasenweise an Obamas Wahlkampf im sozialen Internet: Rescue-Saab möchte viele kleine finanzielle Beiträge von Saab-Enthusiasten zusammen tragen und in ihrem Namen einen signifikanten Anteil an der Marke Saab erwerben. Die Idee: Die Aufnahmegebühr jedes Neumitglieds bei Rescue Saab wird beim späteren Kauf von Saab-Aktien in Unternehmensanteile umgewandelt. Jeder Saab-Enthusiast wird Saab-Aktionär und erhält Optionsscheine je nach Höhe seiner Einzahlungen. Wisdom of crowd manifestiert sich in barer Münze.
Nur drei Tage nach dem Start der Kampagne verzeichnet die Website Rescue-Saab.com nach eigenen Angaben über 7.000 Registrierungen und 50.000 Visits. Ein beachtlicher Start. Wirklich interessant wird jedoch die zweite Phase wenn die Community sich möglicher Weise nicht nur als Käufer für eine Automarke entscheidet, sondern auch als Finanzier. Wenn Rescue-Saab darin Erfolg haben sollte, hätte die Kampagne mehr erreicht, als manch ein milliardenschweres Web-Unternehmen, nämlich ein tragfähiges „Geschäftsmodell”.
Und wenn die Kunden den Laden selber übernehmen wollen, muss auch niemand mehr verstaatlichen.
Quellen:
Pressemitteilung
Unterstützerforum Saabmaster
Unterstützerforum Saabsunited
Zitiert nach DIE ZEIT, “Wir sind Saab”














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