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Neue Kommunikation im web 2.0
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10 Wege, eine Community zu ruinieren

by Florian Semle on März 26, 2009

StudiVZ hat den Rückwärtsgang bei der Beliebtheit unter Social Media-Nutzern eingeschaltet und Facebook startet derzeit mit jeder neuen Anwendung neuen Aufruhr in der Nutzergemeinde.  Die beiden Flaggschiffe sozialer Netzwerke sind derzeit mächtig auf Schlingerkurs. Der Ärger scheint größtenteils hausgemacht. Damit sind sie nicht allein. Es gibt viele Wege, eine Community nachhaltig zu verprellen und viele kleine und größere Beispiele dazu. Eine Anti-Anleitung für Community Manager:

Das Klickvieh-Syndrom: Aktionen oder Äußerungen, die die wahre Absicht hinter all dem Social-Web-Brimborium entlarven – und die ist ganz anders als geglaubt.

Das Ellabätsch-Syndrom: Usern wird die Grundlage des eigenen Engagements entzogen oder stark verändert.  Typische Symptome:  die Weitergabe von Daten oder die Enteignung der Nutzer von ihrem selbst erzeugten Content.

Fakes, falsche Blogbeiträge oder User-Accounts: Wenn eine Community wirklich funktioniert, kommt sie sowieso dahinter, dass der Blogger, der die Community immer am meisten lobt, zugleich Marketing-Leiter derselben ist. Wenn sie nicht dahinter kommt, hat sie nicht die nötige soziale Selbstreinigungskraft und damit auch kaum eine Zukunft im sozialen Internet.

Klickbarrieren: Je komplizierter eine Community, desto mehr Klicks. Ein  ärgerliches Verfahren, um die Klickrate zu erhöhen, das garantiert irgendwann auf die Betreiber zurück fällt.

Werbebarrieren: Werbung die nicht ins Auge, sondern in die Absicht des Users springt und dieselbe einfach nur behindert. In freien Netzwerken kann es keinen Werbezwang geben, bei dem einem die Betrachtung von Bannern, Cookies etc., aufgezwungen wird.

Kritikunfähigkeit: Kritik ist Teil des Spiels. Wegducken oder ignorieren von kritischen Beiträgen ist Dialogverweigerung und passt mit einer Community, einem Dialog-Angebot, einfach nicht zusammen.

Zensur: Wirklichkeitsverschönerung durch das Herausschneiden kritischer Beiträge. Eine sichere Möglichkeit, als Community bald selbst auf dem inoffiziellen Index der Web2.0-Gemeinde zu landen. 

Das Mitgegangen-Mitgefangen-Syndrom. Jede Community hat eine soziale Grundidee. Wenn diese Idee verletzt wird, z.B. durch “Gebührenerhebung” für bisher frei zur Verfügung gestellte Tools, geht die Community langfristig gleich mit verloren.

Technikfixierung: It’s the community, stupid! Leider denkt man in Deutschland zuerst an API-Schnittstellen und AJAX, wenn es ums Web 2.0 geht, nicht an User oder Dialoge. Muss man eigentlich auch nicht, denn die bleiben bei soviel Technikfixiertheit dann sowieso aus.  

Fehlende Authentizität. Permanentes Penetrieren der Nutzerschar mit übertriebenem Lob, inflationären Visionen oder dem Zwang zur Positivierung allen Lebens sind Relikte aus der alten Marketing-Denke und auf Dauer Killerfaktoren für den Dialog auf Augenhöhe.

Wenn eine Community eine kritische Entwicklung nimmt, kann das verschiedene Ursachen haben und  selten ist ein einziger Faktor dafür verantwortlich. Die Faktoren oben zeigen jedoch Unverständnis oder eine falsche Mentalität der Verantwortlichen gegenüber dem sozialen Internet. Darin liegt das eigentliche Risiko. Community Management steckt noch in den Kinderschuhen. Das Trial-and-Error-Verfahren ist wahrscheinlich der einzig gangbare Weg, um Communities zu entwickeln, aber auch Trial-and-Error kann mehr oder weniger professionell angewendet werden. Sinnvoll also, sich die Trials and Errors anderer anzusehen und daraus zu lernen. Crowd Community Management sozusagen.

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{ 2 trackbacks }

Webnews.de
03.27.09 at 8:52
10 Wege, eine Community zu ruinieren… | Community Management Blog
03.27.09 at 1:48

{ 6 comments }

BetaBlogger 03.27.09 at 9:40

Schöne Auflistung, aber warum hast Du nicht mehr reale Beispiele mit Links drin? Fände ich seriöser.

Florian Semle 03.27.09 at 9:43

@BetaBlogger: Ich möchte nur eindeutige Fälle namentlich nennen. Wenn User oder ich selbst einen Verdacht haben, reicht das noch nicht aus, um seriös darauf zu verweisen. Bitte um Verständnis.

Ulrike Langer 03.27.09 at 12:27

Pointierte Auflistung, gelungen. Und dass mein ”Klickvieh” in den Rang eines Syndroms erhoben erhoben wird, freut mich natürlich besonders ;-)
Ich möchte die Liste mit einem Link noch gerne ergänzen: Das Abgreif-Syndrom – Kasse machen mit einem Dienst, den der Dienstleister selbst kostenfrei anbietet: http://medialdigital.wordpress.com/2009/03/26/5-grunde-warum-turis-twitter-werbung-ein-irrweg-ist/

Florian Semle 03.27.09 at 1:51

Danke. Und die Pointe gebe ich gleich an die “Klickvieh-Schöpferin” zurück…

Silberlicht 03.28.09 at 10:36

Gute Zusammenfassung für den Anfang. Auch mir fehlen die konkreten Beispiele. Weniger der Namen wegen, es geht mir um die Anschaulichkeit.
Du solltest mal mit Paul Schmid von http://www.spin.de reden. Denen sind in den letzten Jahren diese Fehler genau NICHT passiert, weil sie konsequent auf die Community hören. Spin = Kunde #wbpr

Florian Semle 03.29.09 at 10:27

@silberlicht. Danke für den Tipp. Ich habe bewusst eine Perspektive eingenommen, die meines Wissens nicht im Mainstram der Berichterstattung vorkommt: Die Vielen Communities, die es nicht schaffen und die Gründe dafür. #beispiele : mal sehen…

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