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Szenario: Plant Facebook eine eigene Währung?

by Florian Semle on März 29, 2009

Facebook denkt offen über eine eigene digitale Währung nach, wenn man Gareth Davis und der LA-Times glauben darf. Schon heute tummeln sich auf Facebook einige Bezahlsysteme wie OfferPal oder Gambit und auch PayPal hat seine Fühler längst in das Zuckerberg’sche Netzwerk ausgestreckt. Aber diese Services sind Bezahlsysteme, keine “Währungen”. Wenn die Megamutter der Social Networks jetzt tatsächlich eine interne Währungsreform anpackt, hat das eine neue Qualität. Ben Parr von Mashable spekuliert sogar darauf, dass eine Facebook-Währung sich zu einem Konkurrenzprodukt zum Dollar mit globaler Reichweite mausern könnte. Was für Konsequenzen hätte es tatsächlich, wenn Facebook sich morgen entscheiden würde, statt des bewährten Greenbag den Bluebag einzuführen? Ein Szenario:

Zunächst einmal würde die Kakophonie der Bezahlsysteme innerhalb der Plattform verschwinden. Wenn Facebook einen eigenen übergreifenden Service anbietet, bleibt den anderen Anbietern die Integration (wie auch immer das aussehen mag), oder die Immigration – weg von Facebook.

Für die User würde das Bezahlen via Facebook dadurch viel einfacher werden. Man stelle sich die Euro-Einführung auf digital vor: Unterschiedliche Verfahren, Wechselkurse und ständiges Abfragen der Kreditkartennummer bei jedem Deal würden der Vergangenheit angehören.

Eine Facebook-Währung könnte sogar das Bezahlen mit einem einzigen Klick ermöglichen. Denkbar ist, dass User ihr Bares auf Facebook einfach in digitales Geld umtauschen und damit dann extrem einfach auf Einkaufstour auf dem globalen Flohmarkt gehen können.

Facebook selbst hätte sich eine Geldquelle im Social Web erschlossen, die garantiert von den Usern akzeptiert würde, weil sie für sie Vieles einfacher machen würde und unterm Strich sicher nicht teuer als die bisher genutzten Systeme wäre. Das wäre dann der Ritterschlag in den Augen all jener Ökonmen, die immer noch an der Monetarisierbarkeit von Social Networks zweifeln.

Wirklich interessant ist aber, was außerhalb von Facebook passieren würde. Mit Facebook Connect gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, sich über Facebook mit anderen Diensten zu verbinden und Informationen auszutauschen. Eine Facebook-Währung würde sich in der Peripherie dieser anderen Dienste so verbreiten, wie der Dollar in Südamerika und Reichweitenvorteile nutzen, die kein anders soziales Netzwerk hat. Facebook könnte das verwirklichen, was andere, wie z.B. Paypal, als Vision formuliert hatten: eine globale Währung, die die Standards des Bezahlens setzt.

Alles natürlich nur Spekulation – die allerdings von Facebook selbst seit Jahren genährt wird. Sinn würde diese Währungsreform2.0 wohl machen.

Eine nette Pointe der Geschichte: Auch in internationalen Währungsgremien denkt man derzeit über eine globale Verrechnungswährung als Alternative zum Dollarbasierten System für den Dollar nach. Diese Währung wäre virtuell und würde sich aus einem Mix der Währungen aller Volkswirtschaften zusammen setzen. Bei Facebook wäre das genauso – nur dass den Mix die User festlegen würden. ;-)

Quellen:

Mashable

Inside Facebook

LA-Times

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{ 1 trackback }

Webnews.de
03.30.09 at 7:54

{ 2 comments… read them below or add one }

BetaBlogger 03.30.09 at 9:06

Facebook versucht, das google für Communities zu werden…

Florian Semle 03.30.09 at 9:12

@betablogger: Genau so könnte es aussehen. Allerdings ist das Social Web langfristig keine geeignete Plattform für Marktbeherrschung und Monopole.. ;-)

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