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Neue Kommunikation im web 2.0
Grenzgänge zwischen Social Media und Unternehmen,
Blogs und Medien, Communities und Kampagnen

Wie das Social Web die Politik verändern könnte

by Florian Semle on September 16, 2009

 

Ist es von irgendeiner politischen Relevanz, ob Thorsten Schäfer-Gümbel twittert? Ob Angela Merkel auf Facebook ihren 17.000 Freund gewinnt? Es ist so irrelevant wie jede andere politische Werbebotschaft auch. Wir staunen zwar über die neuen digitalen Medien und Möglichkeiten, einfach weil es sie gibt, weil sie unterhaltsam sind, aber nicht, weil sich die politische Botschaft geändert hat oder gar ein neues Verhältnis von Politik und ihren Wählern herauf dämmert. Der Wahlkampf ist auch deshalb so langweilig, weil er die Wiederholung des Partei-Marketings ist, das wir schon vom letzten, vorletzten und vorvorletzten Wahlkampf kennen. Die bemühten Youtube-Videos von Parteien und Abgeordneten  können daran wenig ändern, weil auch sie die selbe politische Marketing-Botschaft vermitteln. Der Wahlkampf ist der Versuch seitens der Parteien, die Kommunikation1.0 mit den Medien des Web2.0 fortzusetzen – ohne Kommentarfunktion, ohne Risiko, ohne Dialog. Parteien jeder Couleur versuchen, das Social Web so zu infiltrieren, wie sie es immer getan haben: Unter ihrer Kontrolle und nach ihren Gesetzmäßigkeiten. Daran ändert auch die ein- oder andere verschämte offene Schnittstelle zum Wahlvolk nichts. Und genau dran liegt es, dass eine Obama-artige Kampagne hierzulande im Moment nicht möglich ist. In der letzten US-Präsidentschaftswahl haben sich nur deshalb so viele Menschen engagiert und damit für den entscheidenden Spin vor der Wahl gesorgt, weil sie sich als eben das Volk, von dem die Staatsgewalt ausgeht, ernst genommen gefühlt haben. Bei uns galt bisher die Formel von Dieter Hildebrand: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und kehrt nie wieder dort hin zurück“. Das deutsche Stimmvieh im Web fängt jetzt auch an, zu denken und zieht genau den umgekehrten Schluss: Wer mir erzählt, dass er nach der Wahl nicht den Haushalt konsolidiert, wer Studien zurück hält und die bitteren Pillen für nach der Wahl aufbewahrt, um mir vorher süßes Wahlkampfsoma zu servieren, der nimmt mich nicht ernst und ich ihn deshalb auch nicht mehr. Horst Schlämmer als politische Konsequenz.

Demokratische Ermüdungserscheinungen

Bürgerdialog und virale Schneeballeffekte setzen in diesem Land nicht ein, weil die Parteipolitik über die Jahre ein erschreckendes Glaubwürdigkeitsdefizit heran gezüchtet hat, das hinter jedem Dialogangebot lauert. Die Stiftung für Zukunftsfragen hat dieser Tage eine Studie veröffentlicht, deren Ergebnisse keine politische Erosion mehr ankündigen, sondern eine demokratische Abbruchkante: Absolute Mehrheiten der Bürger haben kein Vertrauen mehr in die Politik, in die Politiker und die Parteien. Zwei Drittel aller jungen Menschen glauben, dass sie im Wahlkampf belogen werden – womöglich ohne dass sie diese Erfahrung bereits selbst gemacht haben. Die Generation, die die digital Natives hervor bringt, droht für die deutsche Politik zur Lost Generation zu werden – oder besser: durch die deutsche Politik, denn es ist natürlich Unsinn, die Ursachen für Partei- und Politikverdrossenheit bei den Verdrossenen zu suchen. Stell Dir vor es ist Wahlkampf und keinen interessierts – stell Dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin – die Parteien müssen ihr Glaubwürdigkeitsdefizit lösen, wenn es nicht auf das politische System selbst übergreifen soll.

 

Parteien oder die Geschichte einer politischen Entfremdung

Eigentlich war alles ganz anders vorgesehen: Das Volk, dass den Nationalsozialismus hervor gebracht hatte, sollte durch einen effektiven Filter im politischen System daran gehindert werden, wieder einem Rattenfänger aufzusitzen, der sich als Massenmörder entpuppt und ganze Völker ins Verderben reißt. Legitim und über viele Jahrzehnte bewährt. Doch die Parteien als die „Türsteher“ der repräsentativen Demokratie haben den Interpretationsspielraum, der ihnen bei dieser honorigen Aufgabe gewährt wurde, massiv zu eigenen Gunsten genutzt. Es gibt heute keine politische Institution mehr, die nicht wenigstens mittelbar von den Parteien bestimmt wird, vom Verfassungsgericht bis hin zur Ministerialbürokratie und öffentlichen Ämtern. Parteien bestimmen, was überhaupt Politik ist, nämlich das, was sie und nur sie als solche behandeln (so jedenfalls Richard von Weizäcker). Sie haben eine exklusive Funktion im politischen System eingenommen, die zwar aus berufenem Munde kritisiert wird (z.B. dem Bundesverfassungsgericht), aber nur durch die Verursacher derselben – die Parteien –  wirklich wieder abgebaut werden kann. Außerparteiliche Initiativen wie die Kampagne gegen Internet-Sperren werden gar nicht als eigentlich politisch erkannt und mit der formal notwendigen Anhörung abgefertigt – samt kritischer Stimmen in den eigenen Reihen.  

Damit ist ein anderer Grundsatz unseres politischen Systems aufgehoben. Jener vom freien und unabhängigen Abgeordneten, der nur seinem Gewissen unterworfen ist. Welcher Abgeordnete ist frei von Fraktionszwang?

Diese quasi monopolistische Stellung der Parteien hat zu einer Systemblindheit gegenüber dem Wähler geführt. Der spürt das und wendet sich ab, bzw. sucht sich eine Artikulationsmöglichkeit, wo seine Stimme, seine Aktion Gewicht hat und über Wahltermine hinaus behält.

 

Das Social Web und die Chance der demokratischen Regeneration

Das Cluetrain-Manifest liest sich wie der Gegenentwurf zu einem Parteistatut. Welche Partei könnte auf Hierarchien verzichten? Wer kann es sich leisten, den Wähler nicht nur vor der Wahl einzubeziehen, sondern auch danach, z.B. bei der Verwirklichung des versprochenen Programms? Das Social Web genau entgegengesetzt, wie es der klassische Parteiapparat tut. Deshalb kann diese Kultur der Interaktion und Selbststeuerung von den Parteiapparaten nicht kopiert, nur in sehr begrenzten Kampagnen und digitalen Gimmicks nachgeahmt werden. Gerade im Wahlkampf, dem politischen Aggregatszustand der maximalen Interaktion mit dem Wähler, ist die Wahrscheinlichkeit ehrlicher Antworten am geringsten und damit auch die Chance auf einen offenen Dialog2.0. Das spüren die Bürger. Auch das ein Grund, warum die bescheidenen Versuche, eine deutsche Obamania auszulösen, so weit hinter ihrem amerikanischen Vorbild zurück bleiben. Doch es gibt Hoffnung. Nach ihrer wunderbaren Schlagzeile „Yes we gähn“ zum TV-Duell der Kanzlerkandidaten weist die BILD-Zeitung darauf hin, dass der Langeweile des TV-Formats eine extrem spannende und gut besuchte Internet-Debatte zum Thema gegenüber steht. Der Bürger schaltet die Politik1.0 ab sucht sich ein Format zum gleichen Thema, in dem er statt des Fernsehsessels der repräsentativen Demokratie eine aktive Rolle einnehmen kann. Das ist Politik und kein Verdruss über dieselbe und darin liegt die große politische Chance für unsere Demokratie: Das Social Web bietet die Möglichkeit, die Kluft zwischen der politischen Willensbildung des Volkes und deren Artikulation durch die Parteien wieder zu schließen. Denn eigentlich ist das Social Web nicht auf kurzfristige Kampagnen wie einen Wahlkampf angelegt, sondern auf einen langfristigen Dialog über alle Wahltermine hinaus. Eigentlich ist das Social Web eine technisch gestützte Kultur, die für das deutsche Partei- und Politiksystem eine Quelle zur Regeneration sein könnte, eben weil sie so anders ist und genau dort ansetzt, wo die Bürger die Defizite des gegenwärtigen politischen Diskurses sehen: In mangelnder Transparenz, Mitwirkungsmöglichkeit und Glaubwürdigkeit.

Open Politics: Politische Kultur2.0

Die wachsende Generation der Digital Natives wird sich eine politische Heimat in ihrem Kulturkreis2.0 suchen und das werden nicht klassische Parteien sein. Je länger sich die monolithische Parteikultur fortsetzt, desto wahrscheinlicher wird eine politische Artikulation außerhalb derselben. Das Aufkommen der Piratenpartei und die E-Petition gegen die Internetsperren sind meines Erachtens Vorboten einer Art digitaler Zivilgesellschaft, die sich alternativ zur parteipolitischen Monotonie entwickelt. Das Social Web bietet ideale Voraussetzungen, um die politischen Themen, die das Parteisystem ausschließt, über die entsprechende digitale Mobilisierung auf die mediale und schließlich die politische Agenda zu bringen – ob es den Parteien nun gefällt oder eben nicht. Die effektiven Vorläufer einer solchen außerparlamentarischen Politik sind Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace und Amnesty International, oder die Bürgerbewegung der achtziger Jahre. Die grandiose Kampagnendynamik des Social Web bietet politischen Organisationen jenseits der Parteienlandschaft die Möglichkeit, die Präsenzvorteile etablierter Parteien auszugleichen.

Natürlich wird sich das Parteiensystem spätestens dann als lernfähig erweisen, wenn eine Öffnung hin zu den Dialogformen des Social Web einen entscheidenden Vorteil im Rennen um Wähleranteile verspricht. Dieser Vorteil muss aber mit der Veränderung bzw. der Öffnung der eigenen politischen Kultur und der eigenen internen Prozesse erkauft werden und so wird sich die politische Landschaft doch nach und nach verändern: Indem kulturelle Versatzstücke des Social Web von der nachwachsenden Parteibasis, teilweise auch durch vorausschauende Steuerung in die etablierten Prozesse eingebaut werden. Die Social Media Strategie der Zukunft dürfte eher der Aufbau einer parteinahen Community sein, mit der man einen kontinuierlichen offenen Dialog eingeht, weil man sie für den nächsten Wahlkampf braucht und die über diese Unterstützung politische Legitimität verleiht. Parteien erhalten von den ihnen geneigten Bewohnern des Social Web Unterstützung als Botschafter für die Umsetzung des eigenen politischen Willens. Der Bruch von Wahlkampfversprechen wird mit dem Entzug von Unterstützung oder sogar mit der Agitation dagegen bestraft. Eine Art imperatives Mandat, das im Falle von Vertrauensbruch wieder entzogen wird. Wie heißt das im Grundgesetz gleich wieder? Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus….

Politische Konjunktive zu diesem Post:

  • Dieser Post ist eine extrem gekürzte Zusammenfassung meines Vortrags für den Social Media Club München
  • Einen wesentlichen Teil des Vortrags, die „Wahlprüfsteine des Social Web: Welche Chancen haben die Parteien?“, habe ich aus Zeitgründen noch nicht verarbeitet und hole das gerne die Tage nach.
  • Die Präsentation dazu gibt’s hier zum Download
  • Natürlich kann man nicht alle Parteien über einen Kamm scheren. Natürlich gibt es auch einen innerparteiliche Demokratie
    Natürlich ist das Social Web noch nicht überall etabliert, schließt Zielgruppen aus, ist nicht durch eine formelle Wahl zustande gekommen und die digitale Elite ist eine immer noch kleine Bevölkerungsgruppe. Gemach, gemach.
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09.17.09 at 8:00
Noch in den Kinderschuhen: Wahlkampf im Web 2.0 | Cirquent Blog
09.18.09 at 8:37
Wie das Social Web die Politik verändern könnte » Social Marketing
09.21.09 at 8:57
Taugt Twitter als Nachrichtenmedium? (+ archivierte Twitter Meldungen zur Bundestagswahl) « Blick Log
09.29.09 at 11:28

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Klas 09.16.09 at 7:19

Netter Ansatz, und zumindest am Ende wieder eingefangen …
Aber zwischendrin fehlt einfach eine vollständige Betrachtung des Wahlkampfgeschehens.
Die Aktion von Parteien alleine als Maßstab für den Online-Wahlkampf zu nehmen ist ungefähr so zielführend wie die Website der Demokraten für den Wahlerfolg von Obama verantwortlich zu machen.

Da geht mehr, da sind v.a. viel mehr Akteure als die schnelle Betrachtung an der (Partei-)Oberfläche zeigt. Schade eigentlich wenn man sich was wünscht, dabei aber verpasst, dass das Gewünschte schon dabei ist, Realität zu werden.

Sicher nicht im erhofften Umfang, aber allein die Menge an Kandidaten, die sich mit, für und v.a. neben ihrer Partei im Wahlkampf engagieren (und das oft offen und für alle im Netz sichtbar, versehen mit der Mitmach-Einladung) zeigt, dass da mehr drin ist als auf “meine-partei.de” …

Und noch nachgefragt: hat sich eigentlich jemand außerhalb der “Blase” mal die Frage gestellt, wieviele Menschen sich in einer parteinahen Community überhaupt engagieren wollen?
Anders als die vielzitierten USA gibt es hier sowas wie parteinahe Community … man könnte das aber auch einfach Ortsverein nennen. Ganz analog, sicher hier und da sehr verstaubt, aber eben vorhanden. Ganz ohne API.

Florian Semle 09.16.09 at 9:21

@klas: Kluger Kommentar, der sich aber ziemlich schnell auflöst. Die Beurteilung hängt einfach davon ab, ob man das Wahlkampfgeschehen aus Parteiperspektive oder aus der des Social Web betrachtet. Ich tue letzteres und beanspruche auch nichts anderes. Keine Frage: Parteien haben viele Verdienste und wichtige politische Funktionen. Das ändert aber nichts daran, dass sie sich bei der Erfüllung dieser Funktionen von ihrem eigenen Daseinszweck, der Artikulation des Volkswillens sehr weit entfernt haben und dass diese Kluft zwischen Wähler und Parteien auch im Interesse der Parteien wieder geschlossen werden muss. Diese Aufgabe werden die Parteien, die Verursacher dieser Kluft, nicht einfach mit ihren gewohnten Mitteln lösen können.

Das einzige, was mich am Online-Wahlkampf wirklich interessiert, ist die Frage, ob sich die Parteien auf das offene Social Web einlassen, oder nicht und das Urteil fällt aus der Web-Perspektive ziemlich eindeutig aus: Nur da, wo sie die Botschaft bestimmen können, nur da, wo eben kein echter, offener Dialog statt findet. Dafür gibt es Beispiele genug, z.B. auch in den zitierten Artikeln, oder inzwischen in jeder Tageszeitung. Aber es gibt keinen Ansatz, der wirklich im Social Web Fuß fassen konnte und auch nur ansatzweise die Dynamik der viel zitierten Obamania erreicht.

Ich sehe auch im Social Web keinen Ersatz für die Parteiarbeit (Stichwort Ortsvereine), sondern eine notwendige und hilfreiche Ergänzung. Wäre schön, wenn ein Parteipolitiker mal diese Perspektive einnähme.

Naja, immerhin tauschen wir uns hier dazu offen aus, ist ja mal ein Anfang ;-)

Nachtrag vom 21. Sept: Folgende Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft sagt genau das

Thomas 09.17.09 at 5:09

Bei den etablierten Parteien (jedenfalls den sogenannten ‘Volksparteien’ CDU und SPD) sehe auch durch das ’social web’ auch mittelfristig keine Chance auf signifikante Veränderungen der politischen Kultur. Dafür sind die Parteien zu alt (vgl. Mitgliederstruktur). Allerdings, hier stimme ich zu, bei der Art und Weise wie die Bürger sich informieren und politisch miteinander kommunizieren, wird das social web erhebliche Veränderungen hin zu einer gesteigerten partizipatorischen Demokratie führen.

Entscheidend wird sein, was die Piraten aus dem Web als politischem Motor machen. Ob sie an ihrer offenen und direktdemokratischen politischen Struktur festhalten oder sich der top-down Tradition anderer politischer Parteien in Deutschland annähern werden, wenn sie einmal etabliert sind. Wenn sie ihrer Organisationskurtur treu bleiben, könne sie durch ihre Erfolge auch andere Parteien hin zu diesem Kurs öffnen.

Florian Semle 09.18.09 at 7:16

@thomas : Genau, allerdings sehe ich auch ein Risiko, dass die Piraten an mangelnder Erfahrung scheitern, siehe den maiven Umgang mit Herrn Tauss, oder dem Interview mit der extrem rechtslastigen Jungen Freiheit.

Wir werden eine interessante Situation erleben: Je erfolgreicher die Piraten, desto interessanter eine Öffnung für andere Parteien – desto stärker die Konkurrenzsituation um das Social Web.

Lupe, der Satire-Blog 09.19.09 at 11:12

die kampagnenfähigkeit im netz beschränkt sich auf wenige “coole, hypige” themen. meist angesiedelt im umfeld von netzthemen (vergleiche auch, welche blogger am meisten besucher haben). einen klick auf eine facebook-gruppen-anfrage hat man schnell gemacht. eine online-pedition unterschrieben ebenfalls. auch ein cooler flashmob liegt noch drin. ein live-event bringts genauso. solange man sich zu nichts verpflichtet, keine zeitintensiveren arbeiten machen müsste, macht mrs und mr web 2.0 schnell mit. sobald aber arbeit, intensiverer einsatz oder geldmittel gefragt sind, so hört die begeisterung und der hype auf. zumindest im deutschsprachigen raum.

die piraten-vertreter werden eine legislatur wirken, aber dann wird ihr interesse abflauen, ebenso wie jenes ihrer wähler. einthemen-parteien haben noch nie viel länger als eine legislatur überlebt.

Florian Semle 09.20.09 at 8:03

@lupe : Das mit dem Instant Politisieren, das Klicken ohne Engagement, trifft es absolut – leider. Die Frage bleibt, ob sich das umfangreiche Engagement vieler User auf den diversen Social Web-Plattformen nicht auch in der Politik fortsetzen ließe, wenn diese sich ändern würde. Meine These ist nicht, dass das Social Web jetzt selbst Politik machen wird, sondern, dass es einen kulturellen Wandel innerhalb des politischen Systems anstoßen wird. Das klassische Modell der politischen Kommunikation mit einem authorisierten Sender politischer Botschaften (Parteien), den passiven Empfängern der selben (Wählern), wird diesen kulturellen Wandel nicht überstehen und das ist auch gut so.

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